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Wie sieht der hybride Arbeitsplatz in Zukunft aus?

Episode 3

Diese Frage haben wir unseren Office Inspiration Experten gestellt. Und das Echo darauf war enorm: Uns erreichten so viele spannende Erfahrungsberichte und Meinungen, dass wir uns kurzerhand entschieden haben, aus einem Artikel mehrere zu machen. Hier die finale Episode 3 mit weiteren Stimmen unserer Experten zum Thema „Hybride Arbeit“. Wir wünschen euch eine aufschlussreiche Lektüre!

73 Prozent aller Angestellten wollen auch in Zukunft flexibel und remote arbeiten. Das geht aus dem Work Trend Index 2021 hervor. Doch nicht nur Corona, sondern auch unsere Umfrage zum Thema „Hybrides Arbeiten“ hat deutlich gemacht: Vor vielen Unternehmen liegt noch ein langer Weg, damit alles so läuft wie es laufen könnte. Denn auch das macht der Work Trend Index 2021 deutlich: 67 Prozent der Angestellten in Deutschland wünschen sich trotz der Vorteile des Home Office mehr persönliche Zusammenarbeit. Was sagen die Unternehmen dazu, die wir nach Ihrer Meinung zum Thema „Hybride Arbeit“ gefragt haben?

„Es gibt (noch) keine Gleichwertigkeit zwischen analoger und digitaler Welt.“

Dieser Meinung ist M.O.O.CON, die führende Unternehmensberatung für identitätsstiftende und nachhaltige Gebäude, Prozesse und Arbeitswelten. Besonders deutlich zeigt sich dies laut des österreichischen Unternehmens bei hybriden Meetings. Gute Meetings leben demnach davon, dass alle Teilnehmer:innen gleichwertigen Zugang zu den geteilten Informationen haben und auf Augenhöhe miteinander kommunizieren. Doch genau dabei beginnt es in den hybriden Settings schwierig zu werden. Menschen, die sich analog um einen Tisch versammeln entwickeln laut M.O.O.CON allein schon durch die räumliche Nähe eine stärkere Verbindung zueinander.

Gestik und Mimik vom Gegenüber seien besser erkennbar als bei den Kolleg:innen, die online zugeschaltet sind. Zwischentöne werden leichter erfasst und Informationen können über den Tisch hinweg unkomplizierter ausgetauscht werden als via Screen-Sharing. Beim Small Talk vor und nach dem Meeting kommt im analogen Besprechungsraum noch eine weitere, persönlichere Dimension hinzu: Was tut sich gerade im Leben der anderen, wie geht’s dem Gegenüber? Hier „spüre“ man laut M.O.O.CON die Kolleg:innen mehr. Das erzeugt schnell ein Ungleichgewicht zwischen jenen vor Ort und denen, die digital dazugeschaltet sind.

Siemens Real Estate, by M.O.O.CON, Foto: PhilippLipiarski

„Hybrides Arbeiten wird erst dann erfolgreich, wenn Raum, Organisation und Unternehmenskultur auf die neuen Gegebenheiten reagieren. Die beste technische Lösung hilft nichts, wenn die Räumlichkeiten nicht optimal gestaltet sind oder organisationale und kulturelle Rahmenbedingungen nicht auf die neuen Gegebenheiten reagieren.“

Laut M.O.O.CON sei es deshalb wichtig, verschiedene Hebel in der Meeting-Kultur in Bewegung zu setzen. Beispielsweise sollten Remote-Teilnehmer:innen wann immer möglich mit den analog Teilnehmenden auf Augenhöhe sprechen können. Die Kamera sollte dabei so ausgerichtet sein, dass die analog Teilnehmenden auf die digital Teilnehmenden weder herunterblicken, noch zu ihnen aufschauen müssen. Auch empfiehlt M.O.O.CON, dass ein separater Screen immer für die digitalen Teilnehmer:innen und für den Content verfügbar sein sollte, damit die Remote-Teilnehmer:innen annähernd in Lebensgröße dargestellt werden können.

Bild: M.O.O.CON

Darüber hinaus empfiehlt M.O.O.CON, bei hybriden Meetings auf eine klare Moderation zu setzen, die sowohl die analogen als auch die digitalen Teilnehmer:innen gleichberechtigt:

„Moderierende Teilnehmer:innen sollten immer Teil der analogen Gruppe sein. Wenn eine Gruppe sich physisch im selben Raum befindet, gewinnt sie schnell Macht gegenüber einzelnen Personen oder kleineren Gruppen, die digital zugeschaltet sind. Umso wichtiger ist es hier, dass ein*e Moderator*in ausgleichend eingreift und für gleiche Redeanteile auf beiden Seiten der Datenleitung sorgt.“

Bild: M.O.O.CON

Mit der Freiheit (oder auch dem Zwang) zu Hause zu arbeiten, eröffnen wir uns also viele neue Perspektiven und Herausforderungen. Dies erfordert von viele Unternehmen eine Anpassung ihrer Sichtweisen – und auch ihrer Räumlichkeiten, findet IONDESIGN Berlin, ein Studio für dreidimensionale Gestaltung:

„Ergonomie und die Arbeitsstättenrichtlinien sollten an jedem Ort gelten, an dem gearbeitet wird, diese sind im Home Office aber oftmals noch Fremdworte. Die gesundheitlichen Auswirkungen des Arbeitens zu Hause sind komplex, das Verschwimmen von Arbeits- und Privatleben birgt vielschichtige Konsequenzen.“

Laut IONDESIGN Berlin bietet das Home Office möglicherweise mehr persönliche Freiheit, bringt aber auch die Gefahr der Entfremdung von der Gemeinschaft und der Identifikation mit dem Unternehmen.

„Ein gutes Unternehmen sollte sich um seine Mitarbeitenden kümmern. Egal ob im Büro oder am heimischen Arbeitsplatz. Geeignete digitale Geräte und Leitungen sind das eine. Ganz elementar geht es aber auch zuhause um Ergonomie, Beleuchtung, Akustik - um das richtige Design. Hier können Unternehmen etwas für ihre Mitarbeitenden tun – mit der richtigen Beratung, Planung oder auch mit Budgets für den Arbeitsplatz zuhause.“

Auch das Unternehmen miro hat sich zu unserer Umfrage zum Thema „Hybride Arbeit“ zu Wort gemeldet. Das Unternehmen, das für sein gleichnamiges Visual Collaboration Tool miro bekannt ist, ist der Auffassung, dass es heute wichtiger denn je sei, eine Kultur zu schaffen, die das Arbeiten von überall und zu jeder Zeit möglich mache. Online Whiteboards oder das Collaboration Tools von miro treffen da genau den Nerv der Zeit. Denn die digitalen Pinnwände bieten zahlreiche Kollaborationsfunktionen für die interaktive Zusammenarbeit im Team. Unabhängig von Zeit und Ort können alle Nutzer:innen das Online-Whiteboard mit ihren Ideen und Grafiken erweitern, in Frage stellen oder bearbeiten. Dass das bei Mitarbeiter:innen und Unternehmen gleichermaßen gut ankommt, das bestätigen auch die Originalstimmen von miro-Kunden, die uns das Unternehmen freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Einer dieser Kunden von miro ist das US-amerikanische Einzelhandelsunternehmen TARGET:

Melissa Kramer, Chief Human Ressources Officer bei TARGET ist begeistert von den neuen Möglichkeiten der Hybriden Arbeit und Collaboration Tools wie miro sie seinen Kunden anbietet.

"Wir haben die unglaubliche Möglichkeit, gemeinsam eine neue Zukunft aufzubauen, mit neu gestalteten Arbeitsbereichen, Technologieinvestitionen und mehr Werkzeugen für Verbindung und Zusammenarbeit."

Im März 2021 machte TARGET Schlagzeilen, als das Unternehmen ankündigte, ein Drittel seiner Büroflächen in der Innenstadt von Minneapolis aufzugeben. Das Unternehmen, das zuvor der größte Arbeitgeber in der Innenstadt war, erklärte, dass es einen hybriden Arbeitsplatz plant und seine Teams zukünftig aus einer Kombi aus Remote- und Präsenz-Arbeitskräften bestehen werden.

Dass immer mehr Unternehmen auf Collaboration Tools setzen, davon profitieren auch die Hamburger Kommunikationsberater von BIG PICTURY, die Unternehmen helfen, komplexe Themen mithilfe von Visualisierungen (Big Pictures) zu vermitteln. Gerade für die Arbeit in miro bieten die Business-Visualisierungen von BIG PICTURY viel Potenzial. Dazu Wolf Wienecke, Geschäftsführer von BIG PICTURY:

„Wir bieten Workshop-Pakete an, die direkt in Miro eingesetzt werden können. Alternativ entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden und im Einklang mit ihrem Corporate Design visuelle Whiteboard-Welten, die sie für Präsentationen und Diskussionen, aber auch als digitale Wissensdrehscheibe für Einzelpersonen und Teams zum Erkunden und Bearbeiten nutzen können.“

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Gerade in er Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass die visuelle Kommunikation in der Hybriden Arbeit stark an Bedeutung gewonnen hat, so Wienecke von BIG PICTURY weiter:

In einer Krise ist es wichtig, allen Betroffenen im Unternehmen offen und realistisch die aktuelle Situation darzustellen und ihnen die Maßnahmen zum Bewältigen der Krise zu verdeutlichen. Visuelle Kommunikation ist hierfür ideal: Bilder helfen Menschen in Krisen, Komplexes schneller und einfacher zu begreifen.“

Kommunikation anhand eines Big Pictures von Big Pictury.

Wienecke und sein Team haben festgestellt, dass gerade in der Corona Zeit seine Big Pictures vermehrt beim Hybriden Arbeiten nachgefragt wurden: Sei es in Form von „Vorher-Nachher-Szenen“ oder auch als „Change Maps“. Denn die Big Pictures zeigen den Mitarbeiter:innen oder auch anderen Stakeholdern konkret auf, wie das Unternehmen mit der Situation umgeht, was geplant ist oder auch, wie es nach der Krise aussehen könnte. Hybride Arbeit? Laut Wienecke ist die neue Arbeitswelt natürlich mit Herausforderungen verbunden. Aber diese lassen sich seiner Meinung nach dank neuer Technologien, mit guten Ideen und auch einer gewissen Bereitschaft, das Neue zuzulassen, sicherlich gut meistern.

Big Picture von Big Pictury und worksmart by migosens. Für mehr Infos hier klicken.

Schlusswort
Mit dieser Episode 3 endet die Artikel-Serie basierend auf unserer Umfrage zum Thema Hybride Arbeit. Wir möchten uns bei allen Office Inspiration Experten und Expertinnen bedanken, die daran teilgenommen haben. Danke für die vielen Einblicke in eure Arbeit und die vielen verschiedenen Transformationsprozesse, die in euren Unternehmen aktuell stattfinden!